Donnerstag, 27. Juni 2013

Qualität oder "Billigkram"?


Brandschutzhaus MarsbergVieles, was man im Leben unternimmt, ist zu dem Zeitpunkt, an dem es geschieht, genau das Richtige. Ändert man sich selbst, dann ändern sich auch die äußeren Umstände. Die Dinge, die damals das beste gewesen sind, passen dann heute nicht mehr. Ich habe jahrelang ein Unternehmen für Brandschutz und Sicherheit betrieben. Dieses Projekt gehört nun der Vergangenheit an und hat Platz gemacht für Neues. An vieles aus der Zeit erinnere ich mich gerne. Dazu gehört sicherlich auch die überaus gute Zusammenarbeit mit meinem Partnerunternehmen, Pipper Brandschutz Service. Im heutigen Interview kommt der Inhaber, Heinrich Pipper, zu Wort.

Er ist ein guter Freund von mir und Patenonkel meines jüngsten Sohnes Tom Luca. Wir haben unsere Unternehmen im selben Jahr gegründet und arbeiten von Anfang an eng zusammen. Während meine Stärken mehr im Marketing und der Entwicklung neuer Konzepte liegen, ist Heinrich Pipper ein exzellenter Techniker, der sich mit Leib und Seele dem Brandschutz verschrieben hat. Meine Mitarbeiter und ich haben immer wieder von seinem umfangreichen Fachwissen profitiert. Neben dem Hauptsitz in Bad Wünnenberg und der Zweigstelle in Marsberg hat Pipper Brandschutz Service jetzt einen weiteren Stützpunkt in Bielefeld eröffnet.

Udo Michaelis: “Heinrich, beschreib doch bitte kurz Deine Unternehmensphilosophie und -ziele.”
Heinrich Pipper: “Qualität!”

“Das war wirklich sehr kurz. Ich hätte eher Begriffe erwartet, wie ‘Gewinne verdoppeln’, ‘die Nr. 1 in der Region werden’ oder ’Marktanteile erweitern’. Spiel das keine Rolle?”
“Ich hätte nichts dagegen, diese Dinge zu erreichen - ganz im Gegenteil. Sie kommen aber weder in meiner Unternehmensphilosophie, noch bei meiner Zielsetzung vor. Ich sehe sie eher als mögliche Folge dafür, dass ich konsequent den richtigen Weg gehe.”

“Und dieser Weg heißt “Qualität”?
“Genau. Ich habe mich dazu verpflichtet, meinen Kunden die höchstmögliche Qualität zu bieten. Ebenso erwarte ich von meinen Lieferanten und Partnerunternehmen eine hohe Qualität. Selbstverständlich gilt das auch für meine Mitarbeiter. In der Regel klappt das auch sehr gut.”

“Heißt ‘in der Regel’, dass es manchmal nicht funktioniert?”
Heinrich Pipper (2.v.r.) mit seinen Monteuren“Wie heißt es so schön: ‘Du kannst den Leuten nur vor den Kopf sehen.’ Mitarbeiter zu finden, die zum Unternehmen und seinen Grundsätzen passen, ist mir sehr wichtig. Wenn anschließend die getroffenen Vereinbarungen nicht eingehalten werden, ziehe ich Konsequenzen. In einem Fall war die Abweichung so krass, dass ich mich von dem Mitarbeiter getrennt habe. Aber lass uns jetzt nicht so viel von den negativen Ausnahmen reden. Andere Mitarbeiter haben Spaß daran, Qualitätsarbeit zu verrichten, die auch Anerkennung findet. Diese wird von mir und von meinen Kunden entsprechend wertgeschätzt und das setzt weitere Motivation frei. Gerade neulich ist es wieder vorgekommen, dass sich ein Kunde über die Leistung eines meiner Mitarbeiter positiv geäußert hat. So etwas freut ihn und mich natürlich auch.”

“Wie stellst Du sicher, dass sich die Qualität nicht verschlechtert?”
“Es werden von Zeit zu Zeit Qualitätskontrollen durchgeführt. Die erbrachten Dienstleistungen werden stichprobenartig von anderen Mitarbeitern gecheckt. Abweichungen von unserem Qualitätsstandart müssen dann besprochen werden. Auch beim eingekauften Material verlasse ich mich nicht immer auf die Beschreibung. Bei internen Tests ermitteln wir zum Beispiel den Auslösezeitpunkt von Rauchmeldern. Anschließend weiß ich genau, was ich dem Kunden anbiete.”

“Hast du eine bestimmte Zielgruppe?”
“Unsere Kunden reichen von Privathaushalten über mittelständische Betriebe bis zu Großkonzernen. Wenn ich meine Zielgruppe bestimmen soll, mache ich das weniger an der Größe fest. Am Besten passen diejenigen zu uns, die eine ähnliche Einstellung zu Qualität und Sicherheit haben. Diese Kunden wissen einen guten Service zu schätzen, zahlen pünktlich ihre Rechnungen und freuen sich, wenn sie von meinem Wissen profitieren können und ihnen nicht gleich jede Beratung berechnet wird. Aus Kundenzufriedenheit entwickelt sich Kundentreue und führt zu einer langfristigen Zusammenarbeit, von der beide Seiten profitieren.”

“Ist es denn nicht schwierig, bei dem existierenden Preiskampf eine hohe Qualität zu halten?”
“Ich strebe eine hohe Qualität an - ohne ‘wenn’ und ‘aber’. Auch werde ich von niemandem dazu gezwungen, mich an dem Preiskampf zu beteiligen. Es sollte jedem einleuchten, dass Qualität seinen Preis hat. Das heißt nicht unbedingt, dass es teuer sein muss. Wer aber nicht bereit ist, für hochwertige Leistungen einen angemessenen Preis zu zahlen, braucht sich nicht zu wundern, wenn er am Ende der Angeschmierte ist. Diejenigen, die sich ständig unter Preis verkaufen, sind zuletzt die Verlierer. In dem Zusammenhang fällt mir ein Witz ein: ‘Eine Hausfrau besucht den Marktstand einer Händlerin, die ihre Eier für 5 Cent anbietet. Sie fragt daraufhin, wieso sie diese für einen Preis anbietet, der noch unter ihren Einkaufskosten liegt. Die Eierfrau meinte darauf nur, dass die Kundin davon keine Ahnung hätte, denn die Masse macht’s.’ Ich habe auch schon Anfragen abgelehnt, weil man nur auf billige Weise irgendwelche Auflagen erfüllen wollte, ohne dabei Wert auf Qualität und Sicherheit zu legen. Den Leuten sollte klar sein, dass es beim Brandschutz um Menschenleben und den Schutz des Eigentums geht. Man sich daher keinen billigen Pfusch leisten. Manche machen auch den Fehler, ihre Sicherheitsanlagen nicht regelmäßig warten zu lassen, weil es angeblich zu teuer ist. Ich habe aus Rohren von defekten Sprinkleranlagen schon eimerweise Rost entfernt und viele andere katastrophale Zustände gesehen. Die Reparaturen haben hinterher das Doppelte bis Zehfache im Vergleich zu allen regelmäßigen Wartungen gekostet.”

“Was motiviert Dich?”
“Ein positives Feedback von Menschen, mit denen ich zu tun habe. Was mich besonders freut, sind neue Kunden, die durch Empfehlung meiner Stammkunden auf mich aufmerksam wurden. Wenn diese Stammkunden nicht überaus zufrieden mit uns wären, hätten sie diese Empfehlung nie ausgesprochen. Wenn die eigene Arbeit auf diese Weise gewürdigt wird, bekommt man Power, sich noch mehr für meine Kunden ins Zeug zu legen.”
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